
Das diesjährige „Portugal O Meeting (POM)“ ein international begehrter OL-Jahresauftakt mit 2 Mittel-, 2 Langdistanzläufen, Weltranglistenwertung sowie einem Nachtsprint fand diesmal um und in der von Renaissance und Barock geprägten Kleinstadt Viseu rund 130 km südöstlich von Porto statt. Sonnenschein, kühler Wind und Windschattentemperaturen von 18° C boten ideale Laufbedingungen für 1.760 Läufer aus 28 Ländern, davon starteten unter anderen 590 für Portugal, 530 für skandinavische und 32 für deutsche Vereine. Von Planeta nahmen Gisela und ich teil. Wir waren begeistert von sehr guter Organisation, in jeder Hinsicht forderndem Gelände und ausgezeichneten Karten.
Am Samstag, dem 18.2. begann das POM mit einer Langdistanz im gut belaufbaren Pinienwald mit vereinzelten Steinen sowie wenigen schwer belaufbaren, extrem trockenen Eukalyptuswaldstücken und - kahlschlägen. Am Abend erwartete uns eine Nachtsprintbahn mit anspruchsvollen Routenwahlen und Feinorientierung auf dem Altstadthügel von Viseu, wo verwinkelte Gassen sowie schmale Rampen und Treppen dominierten. Dieser Lauf zählte nicht für die POM-Gesamtwertung und wir platzierten uns im Mittelfeld. Die Mitteldistanz am folgenden Tag fiel unseren Füßen schon schwerer, da Farn und Stechginster störten. Einige Steinfelder und Dickichte sowie zahlreiche Details (Tälchen, Kuppen) erhöhten den orientierungstechnischen Anspruch. Die Mitteldistanz am 3. Tag und die Langdistanz am 4. fanden im Gegensatz zu den ersten beiden Tagen in einem unglaublich detailreichen Gelände statt, welches mit seinen zahllosen Steinen, riesigen Felsplatten und filigraner Höhenstruktur mit der 10.000er Karte jedoch gut lesbar wiedergegeben wurde. Gisela kam durch gleichbleibende Leistung insgesamt auf den 8. Platz in D55, wohingegen ich mich mit Ausrutscher am 4. Tag auf den 11. in H55 rettete.


Nach diesen Wettkämpfen, wo wir auch die Welteliteläufer bewundern konnten, verabschiedete sich unsere Gruppe von 15 deutschen OLern von den stetig für unser Wohl sorgenden Gastgebern der Quinta d‘ Arroteia, einer liebevoll restaurierten Mühle. Die einen reisten zurück nach Deutschland und die restlichen 9 sahen dem „XIII. Meeting do Centro (MOC)“ entgegen, ein 2-Tage-OL mit Weltranglistenwertung, welcher am folgenden Wochenende in den unter König Dinis I. zum Schutz vor dem Meeressand angelegten Strandkieferwäldern nördlich von Marinha Grande stattfinden sollte. So nutzten wir erst einmal 3 OL-freie Tage für Entspannung bei fortdauerndem Sonnenschein und Besuch von historischen Plätzen wie Alcobaca, Tomar und Obidos.


Lang- und Mitteldistanz des MOC im feingliedrigen Dünengelände der Nachbarwaldstücke der Seniorenweltmeisterschaft von 2008 mit überwiegend dichtem Bodenbewuchs und die Sicht einschränkenden Büschen erforderten ununterbrochenes Kartenlesen und fleißige Beinarbeit. Nach 2 Tagen wurde Gisela insgesamt 4. und ich reihte mich im Mittelfeld ein. Wenige Läufer nahmen am Nachtsprint in Marinha Grande teil, welcher durch die einfache Stadtstruktur auch entsprechend schnell gelaufen wurde.



Fazit: Erlebnisreiche und anspruchsvolle OL-Tage im überaus gastfreundlichen Land.